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Vogelschutz

ED Netze investiert jährlich 100.000 Euro in den Vogelschutz

Vogelschutz bei ED Netze

Ein sicheres Nest für Störche

Storchenparadies Südbaden: Für rund 40 Paare ist das Netzgebiet von Energiedienst Netze bereits zur Heimat geworden - und jedes Jahr werden es mehr. Das Vogelschutzprogramm zeigt langfristige Erfolge, auch wenn manch ein Storch zum Glück gezwungen werden muss.

Der Storch war für den Menschen schon immer ein besonderer Vogel. Im Volksmund heißt es, dass der "Adebar" die Kinder bringt.

Noch wichtiger aber ist seine biologische Funktion: Eine robuste Storchenpopulation bescheinigt der Landschaft nämlich eine hohe ökologische Qualität. Um seine Jungen durchzubringen, muss ein Storchenpaar jeden Tag ein Pfund Nahrung finden. Das geht nur, wo Wiesen und Sümpfe ausgewogen mit Fröschen, Insekten und Nagetieren bevölkert sind.

Über 40 Paare haben das südbadische Netzgebiet von ED Netze zu ihrer Heimat erwählt. Ein nahrhafter Lebensraum allein reicht aber nicht, er muss auch sicher sein. Darum sind die Mitarbeiter der ED Netze GmbH regelmäßig im Einsatz, um 10- und 20-kV-Freileitungen zu sichern. Diese sind aufgrund ihrer Bauweise teilweise für Großvögel gefährlich. Mit den weiten Flügelspannen könnten sie gleichzeitig Mast und Leitung berühren, ein Stromschlag droht.

Deshalb werden Endverschlüsse, Steigleitungen und Verbrückungen isoliert. Zusätzlich werden Vogelschutzhauben, Sitzstangen und Vogelbesen montiert. Zwar gibt es gesetzliche Schutzvorgaben für Netzbetreiber, doch die Umsetzung ist nicht immer einfach, erklärt Viktor Wassmer.

Der ED Netze-Freileitungsmonteur sichert Leitungen vor allem mit Vogelschutzhauben: „Grundsätzlich ist jeder Netzbetreiber verpflichtet, für Vögel gefährliche Masten zu sichern. Hier bieten zur Nachrüstung spezielle Abdeckhauben beziehungsweise Sitzstangen den besten Schutz für die Vögel.

Die Vogelschutz-Maßnahmen lassen nicht ahnen, wie viel Arbeit in ihnen steckt. „Ein Mast mit mehreren Leitungen kann uns einen ganzen Tag Arbeit kosten und das mit bis zu sieben Mann.“ Vor allem die Vorarbeit wird unterschätzt, so Viktor Wassmer: „Wir müssen die Leitungen freischalten  und gleichzeitig die Stromversorgung in der Umgebung sichern.

In Gewerbegebieten kann das schwierig werden.“ Dann wird die örtliche Industrie an Notstromaggregate angeschlossen. „Niemand möchte tote Störche finden, aber wenn es darum geht, den Strom für die Schutzmaßnahmen abzuschalten, gibt es wenig Verständnis in der Bevölkerung.“ 5.800 Masten wurden bereits gesichert, knapp 1.000 stehen noch aus.

Um dieses Pensum zu meistern, rückt die Kolonne bei Wind und Wetter aus. Am Boden werden die Halterungen an den Schutzhauben angebracht. Mit der Hubarbeitsbühne geht es dann 18 Meter in die Höhe, wo die Hauben mit einem speziellen Drehmomentschlüssel festgeschraubt werden.

Aljim Bislimi, ED Netze Elektromonteur, muss für seinen  Job absolut schwindelfrei sein. An der Mastspitze angekommen, sieht er die Welt aus der Sicht der Störche. „Dank der Schutzhauben sitzen die Tiere hier nun sicher“, stellt Aljim Bislimi zufrieden fest und entfernt die alten Vogelbesen.

Viktor Wassmer fügt hinzu: „Da hat sich schon viel getan im Vogelschutz, die neuen Maßnahmen sind auch für uns besser.“ Die Netze-Mitarbeiter müssen für Instandhaltungsarbeiten auf den Mast. „Früher liefen die alten Sitzstangen über die gesamte Traverse, etwa einen halben Meter hoch.

Da konnten wir nicht gut daran arbeiten, die neuen Hauben und Sitzstangen bieten uns da wesentlich mehr Bewegungsfreiheit.“  Insgesamt wurden Maßnahmen für 1,5 Millionen Euro umgesetzt und auch zukünftig investiert das Unternehmen jährlich 100.000 Euro in das Schutzprogramm.

 

 

Manche Tiere sehen in den Strommasten ideale Nistmöglichkeiten. Dann werden die Netze-Mitarbeiter auch mal zum “Storch-Manager“. Immer wieder vertreiben sie die Störche, in der Hoffnung, dass sich das Paar einen geeigneteren Brutplatz sucht, zum Beispiel einen Kirchturm.

Um auf die Bedürfnisse der Tiere einzugehen, arbeitet ED Netze eng mit dem Regierungspräsidium Freiburg sowie den Vogelschutzbeauftragten und Ornithologen zusammen. Einer von ihnen ist Dr. Gottfried Nauwerck, der das Unternehmen mit seinem Fachwissen unterstützt.

Ehrenamtlich beobachtet der ehemalige Oberveterinärrat die örtliche Storchenpopulation, beringt  Störche und kontrolliert den Bestand der Vögel. Dank seiner Arbeit ist es möglich, den Erfolg der Schutzmaßnahmen in Zahlen festzuhalten.

In Eimeldingen verzeichnete er vergangenen Sommer drei neue Jungtiere. Misstrauisch beäugt von den Storcheneltern, beringte er die jungen Tiere. Wenn die Störche flügge werden, ziehen sie im Herbst nach Südspanien sowie Nord- und Westafrika.

Sobald sie geschlechtsreif sind, kehren sie das erste Mal aus dem Süden zurück und siedeln sich nahe ihres Geburtsortes an. Dank der Beringung kann in einigen Jahren also nachverfolgt werden, ob es die Eimeldinger Storchenjungen heil bis nach Afrika und zurück geschafft haben.

Vielleicht gründen sie dann eine Familie und das südbadische Netzgebiet ist um drei Storchenpaare reicher.