EEG-Umlage: Auch Eigenversorgung ist Stromverbrauch

Photovoltaikanlage

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz definiert Eigenversorgung als Stromverbrauch einer natürlichen oder juristischen Person, den diese in unmittelbarem räumlichen Zusammenhang mit der Stromerzeugungsanlage direkt verbraucht, auch wenn der Strom nicht durch ein Netz durchgeleitet wird und diese die Stromerzeugungs-anlage selbst betreibt. Daher fällt auch dann die EEG-Umlage an.

Oder juristisch ausgedrückt: Aufgrund der gesetzlichen Neuregelungen des EEG zum 1. August 2014 müssen seit diesem Zeitpunkt auch Eigenversorger gemäß
§ 61 EEG 2014 bzw. 2021 die EEG-Umlage zahlen.


Wer ist zuständig?

Als Verteilnetzbetreiber ist ED Netze grundsätzlich verpflichtet, die EEG-Umlage von den an unser Netz angeschlossenen Eigenversorgern zu erheben und die erhaltenen Zahlungen an unseren Übertragungsnetzbetreiber weiterzuleiten. Hintergrund: Bei der Versorgung von Dritten ist der Übertragungsnetzbetreiber für die Abwicklung der EEG-Umlage zuständig.

Für das Netzgebiet der ED Netze ist dies die TransnetBW GmbH, die das Übertragungsnetz in Baden-Württemberg betreibt. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte deren Internetseiten.

Übrigens: Für Eigenversorger besteht eine Mitteilungspflicht gegenüber dem zuständigen Netzbetreiber. Jährlich bis zum 28. Februar müssen Sie diesem alle Angaben zur Verfügung stellen, die für die Endabrechnung der EEG-Umlage des Vorjahres erforderlich sind.

Muss ich EEG-Umlage bezahlen?

Alle Bestandsanlagen, die vor dem 1. August 2014 zur Eigenversorgung betrieben wurden, sind in den meisten Fällen von der Pflicht zur Zahlung der EEG-Umlage befreit.
Der Bestandsschutz geht allerdings verloren, wenn

  • die Stromerzeugungsanlage am bisherigen Standort ab- und an anderer Stelle wiederaufgebaut wird.
  • ein Wechsel der (natürlichen oder juristischen) Person des Eigenversorgers erfolgt; Ausnahmen sind in § 61h EEG 2021 geregelt.
  • die Stromerzeugungsanlage von Vollstromeinspeisung auf Überschusseinspeisung mit Eigenversorgung umgestellt wird.
  • die Stromerzeugungsanlage ersetzt oder erneuert wird (ohne Erweiterung) – oder die Leistung der Stromerzeugungsanlage erhöht wird.

Gibt es Ausnahmen?

In bestimmten Situationen fällt keine Zahlung der EEG-Umlage auf Eigenversorgung an. Um eine entsprechende Befreiung geltend zu machen, muss der Ausnahme-Tatbestand dargelegt und nachgewiesen werden.
Dies ist der Fall, wenn wahlweise

  • Ihre EEG-Anlage höchstens eine installierte Leistung von 30 kW hat. Dies gilt seit dem 01. Januar 2021 (auch für Bestandsanlagen) ohne zeitliche Befristung
    (§ 61b Abs. 2 EEG 2021).
  • der Strom in einer sonstigen Stromerzeugungsanlage (z. B. Blockheizkraftwerk, kurz BHKW) mit einer installierten Leistung von höchstens 10 kW erzeugt wird. Dies gilt für höchstens 10.000 kWh selbstverbrauchten Stroms pro Kalenderjahr (§ 61a Nr. 4 EEG 2021).
  • ein Kraftwerkseigenverbrauch vorliegt, d. h. der Strom in den Neben- und Hilfsanlagen einer Stromerzeugungsanlage zur Erzeugung von Strom im technischen Sinne verbraucht wird (§ 61a Nr. 1 EEG 2021).
  • Sie weder unmittelbar noch mittelbar an ein Netz für die allgemeine Versorgung angeschlossen sind und damit ein sogenannter Inselbetrieb besteht
    (§ 61a Nr. 2 EEG 2021).
  • Sie sich vollständig mit Strom aus Ihrer Stromerzeugungsanlage selbst versorgen. Dabei wird vorausgesetzt, dass der Eigenversorger keinerlei Strom aus dem Netz für die allgemeine Versorgung bezieht und auch keinerlei finanzielle Förderung nach EEG in Anspruch nimmt (§ 61a Nr. 3 EEG 2021).

Trifft eine dieser Ausnahmen auf Ihre Anlage zu, dann benutzen Sie bitte folgendes Formular


Weiterführende Informationen zur EEG-Umlage finden Sie wie bereits erwähnte bei TransnetBW GmbH sowie im „Leitfaden zur Eigenversorgung“ der Bundesnetzagentur.